Welches Unternehmensvideo brauchen Sie?
Hinter dem Begriff Unternehmensvideo stecken sehr unterschiedliche Formate. Der Imagefilm stellt vor, wer Sie sind und wofür Sie stehen – für Website, Messe und Präsentationen. Ein Employer-Branding-Video zeigt, wie es ist, bei Ihnen zu arbeiten, und richtet sich an künftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Ein Aftermovie fängt die Stimmung einer Konferenz, eines Sommerfests oder einer Produktpräsentation ein und bewirbt die nächste Ausgabe. Social-Media-Reels sind kurze Hochformat-Clips für bestimmte Plattformen. Viele Unternehmen brauchen mehrere dieser Formate – ein guter Grund, sie gemeinsam zu planen.
- Imagefilm: Website, Messe, Vertriebsgespräche
- Employer Branding: Karriereseite, Stelleninserate, Recruiting-Events
- Event-Aftermovie: Rückblick für Gäste, Werbung fürs nächste Mal
- Social Reels: kurze Hochformat-Videos für laufende Postings
- Erklär- oder Produktvideo: wie etwas funktioniert, für Kundinnen und Kunden
Schritt 1: Ziel und Zielgruppe festlegen
Bevor es um Kameras oder Stil geht, formulieren Sie in einem Satz, was das Video erreichen soll und für wen. „Technik-Absolventinnen in Graz sollen verstehen, warum unser Team ein guter Start ins Berufsleben ist“ führt zu einem ganz anderen Film als „Kunden in Wien sollen sehen, wie verlässlich unser Service ist“.
Legen Sie fest, wo das Video laufen wird und was die Zuseher danach tun sollen: sich bewerben, Kontakt aufnehmen, sich anmelden, sich Ihren Namen merken. Daraus ergeben sich Länge, Tonalität, ob Untertitel auf Deutsch und Englisch nötig sind und welche Formate geliefert werden.
Hilfreich ist auch die Frage, wie lange der Film aktuell bleiben soll. Ein Imagefilm, der mehrere Jahre auf der Website läuft, verträgt keine Aufnahmen von Produkten, die bald auslaufen, oder Aussagen mit Ablaufdatum. Für schnelllebige Inhalte eignen sich kurze Clips besser, die man regelmäßig neu produziert.
Schritt 2: Drehbuch, Interviews und roter Faden
Die stärksten Imagefilme leben von echten Menschen, die in eigenen Worten erzählen, ergänzt durch Bilder der Arbeit selbst. Ein Produktionspartner hilft meist, Interviewfragen und einen groben Ablauf zu entwickeln, und formt die Geschichte dann im Schnitt.
Braucht der Film einen Sprechertext oder exakte Aussagen, sollte das Skript vorab geschrieben und freigegeben sein. Binden Sie alle, die zustimmen müssen – Geschäftsführung, Marketing, Rechtsabteilung –, früh ein, damit der Schnitt am Ende nicht an Formulierungen hängen bleibt.
Bedenken Sie auch, wer vor die Kamera soll. Nicht jede Führungskraft ist die beste Erzählerin; oft wirken Menschen aus Werkstatt, Labor oder Kundendienst besonders glaubwürdig. Ein kurzes Vorgespräch nimmt Nervosität und zeigt, wer gern spricht.
Schritt 3: Drehorte und Zeitplan
Listen Sie alle Drehorte auf: Büro, Produktionshalle, Baustelle beim Kunden, Außenaufnahme des Firmengebäudes. Klären Sie jeweils, wer den Zugang freigibt, ob Sicherheitsvorschriften gelten – etwa Schutzausrüstung in einem Werk in Linz – und wann Licht und Betriebsablauf am besten passen.
Ein realistischer Zeitplan enthält Aufbauzeiten, die meist länger sind als gedacht, und kurze Slots für jede interviewte Person, damit niemand lange von der Arbeit weg ist. Für Dreharbeiten auf öffentlichem Grund oder in fremden Gebäuden kann eine Genehmigung von Eigentümer oder Stadt nötig sein – fragen Sie rechtzeitig nach.
Einen Drehtag optimal nutzen
Team, Licht und Ihre Mitarbeiter an einem Ort zu versammeln ist der größte Aufwand. Nutzen Sie ihn: Ein gut geplanter Drehtag liefert oft das Material für den Imagefilm, mehrere kurze Social-Clips aus denselben Aufnahmen und dazu Mitarbeiterfotos aus einer eigenen Porträtecke.
Planen Sie die Business-Porträts als eigene Station mit Fotograf, damit Kolleginnen und Kollegen zwischen zwei Terminen vorbeikommen können. Drehen Sie wichtige Szenen gleich zusätzlich im Hochformat, statt später zu beschneiden. Und erstellen Sie vorab eine Liste aller gewünschten Ergebnisse – eine zusätzliche Einstellung kostet wenig, ein zweiter Drehtag viel.
Auch nach dem Dreh lohnt sich Planung: Vereinbaren Sie, wie viele Korrekturschleifen im Schnitt vorgesehen sind, wer Feedback sammelt und bis wann. Ein abgestimmtes Feedback aus einer Hand ist für das Schnittteam viel leichter umzusetzen als Anmerkungen von fünf Personen per E-Mail.
Einwilligung und DSGVO
Aufnahmen klar erkennbarer Personen sind personenbezogene Daten – bei einem Unternehmensvideo sind daher die DSGVO und das Recht am eigenen Bild zu beachten. In der Praxis holen Sie von Mitarbeitern, Kunden und allen anderen, die prominent zu sehen sind, eine schriftliche Einwilligung ein und erklären, wo und wie lange das Video verwendet wird.
Bei Veranstaltungen informieren Sie die Gäste vorab, etwa in der Einladung und mit Hinweisschildern am Eingang, und bieten eine Möglichkeit, nicht gefilmt zu werden. Gerade bei Beschäftigten sind die Regeln im Detail komplex; stimmen Sie Ihr Vorgehen mit Ihrer Datenschutzansprechperson oder rechtlichen Beratung ab.
Drohnenaufnahmen im Unternehmensvideo
Luftaufnahmen zeigen die Größe eines Werks, ein Gebäude in seiner Umgebung oder ein Event im Freien. Drohnenflüge sind in Österreich geregelt, Betreiber müssen die Vorgaben von Austro Control erfüllen, und in Städten, nahe Flughäfen und an manchen Standorten gelten zusätzliche Einschränkungen.
Arbeiten Sie mit einem Filmteam, das Registrierung und Prüfung des konkreten Standorts übernimmt, und planen Sie Zeit für allfällige Bewilligungen ein. Ist ein Flug nicht möglich, erzielt ein erhöhter Standpunkt oft eine ähnliche Wirkung – etwa vom Dach eines Nachbargebäudes oder von einer Hebebühne aus.
So briefen Sie eine Videoproduktion
Ein gutes Briefing spart Zeit und macht Angebote vergleichbar. Es muss nicht lang sein – ein, zwei Seiten zu diesen Punkten reichen für aussagekräftige Angebote. Wenn Sie noch unsicher sind, welches Format passt, schreiben Sie das ruhig dazu: Ein erfahrenes Team schlägt dann Varianten vor, statt nur einen Preis für eine vorgegebene Leistung zu nennen.
- Ziel, Zielgruppe und Ausspielkanäle
- Formate und Längen: Hauptfilm, Kurzfassungen, Hochformat-Clips, Fotos
- Drehorte, Wunschtermine und Zugangs- oder Sicherheitsregeln
- Personen vor der Kamera und Stand der Einwilligungen
- Sprachversionen und Untertitel
- Referenzen, die Ihnen gefallen, und was Sie vermeiden möchten
- Liefertermin und wer den Schnitt freigibt



