Gibt es die perfekte Jahreszeit?
Ehrlich gesagt nein – jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz. Wer in Österreich lebt, weiß: Ein Familienshooting im Herbstlaub des Wienerwalds fühlt sich ganz anders an als ein Paarshooting am Wolfgangsee im Juli oder eine Hochzeit in den verschneiten Tiroler Bergen.
Entscheidend ist die Kombination aus Ort, Jahreszeit und Uhrzeit. Hallstatt zu Mittag im August ist mühsam, Hallstatt bei Sonnenaufgang ist ein Traum. Hier ein Überblick, worauf es in jeder Jahreszeit ankommt.
Frühling: Marillenblüte und frisches Grün
Der Frühling kommt zuerst in den Osten. In der Wachau zwischen Melk und Krems blühen die Marillenbäume meist irgendwann zwischen Ende März und April – je nach Witterung des Jahres. Die weiße Blüte vor den Weinterrassen und alten Winzerorten ist eine wunderschöne, aber kurze Kulisse; ein flexibler Termin ist daher Gold wert.
In Wien werden Schlossparks und Gärten grün, die Rosen im Volksgarten folgen im Frühsommer. In den Alpen ist der Frühling eine Übergangszeit: unten grün, oben noch Schnee – sehr fotogen, aber viele Seilbahnen und Hochalpenstraßen pausieren zwischen Winter- und Sommersaison. Bei Bergshootings im April oder Mai unbedingt vorher die Betriebszeiten prüfen.
Sommer: Seen, lange Abende und frühe Starts
Der Sommer gehört den Seen – Salzkammergut, Zell am See, Wörthersee und Millstätter See. Die Almwiesen blühen, die Abende sind lang. Gleichzeitig ist Hochsaison an den bekannten Orten, und das Mittagslicht ist hart.
Die Lösung: früh aufstehen. Rund um die Sonnenwende geht die Sonne vor halb sechs auf, und die Stunden danach sind kühl, ruhig und fast menschenleer. Am Abend gibt es ein zweites Zeitfenster; in Bergtälern verschwindet die Sonne aber deutlich vor dem offiziellen Sonnenuntergang hinter den Graten. Sommerliche Nachmittagsgewitter sind in den Alpen häufig – hoch hinauf also lieber am Vormittag.
Herbst: Farben, klare Luft und Ruhe
Für viele Fotografinnen und Fotografen ist der Herbst die schönste Zeit. Ab September wird es ruhiger, die Luft ist oft klarer, und das Licht steht den ganzen Tag tief und warm. In der Wachau und rund um Wien ist im September und Oktober Lese, die Weingärten färben sich nach und nach gelb und rot.
In den Bergen leuchten im Oktober die Lärchen golden, und in den Tälern rund um Innsbruck liegt am Morgen oft Nebel, während die Gipfel in der Sonne stehen. Der Herbst bringt häufig stabile Hochdrucklagen, die Abende werden aber schnell kalt, und manche Seilbahnen machen zwischen Sommer- und Wintersaison Revision.
- September: noch warm, Lesebeginn, ruhigere Seen.
- Oktober: goldene Lärchen, bunte Weingärten, oft Morgennebel.
- November: viele graue Tage, ab der zweiten Monatshälfte beginnt die Adventzeit.
Winter: Schnee, Adventmärkte und kurze Tage
Im Winter gibt es zwei Arten von Fotos: In den Städten die Adventzeit mit Adventmärkten, Lichtern und Kaffeehausstimmung, meist von Mitte November bis rund um Weihnachten. In den Bergen Schnee, Raureif und dieser tiefblaue Himmel nach einer klaren, kalten Nacht.
In höheren Lagen ist Schnee verlässlich, in Wien, Salzburg oder in tiefen Tälern dagegen Glückssache. Wer sicher Schnee will, plant in den Alpen – von Innsbruck ist man mit der Nordkettenbahn schnell oben. Im Dezember geht die Sonne im Osten des Landes gegen vier Uhr nachmittags unter; die blaue Stunde ist dann leicht erreichbar, ein Nachmittagsshooting muss aber früh beginnen. Im Jänner sind die Tage kaum länger, dafür ist die Luft oft besonders klar. Warme Schichten, Handschuhe und eine Thermoskanne helfen sehr.
Goldene und blaue Stunde: die beste Tageszeit
Die goldene Stunde – etwa die erste Stunde nach Sonnenaufgang und die letzte vor Sonnenuntergang – bringt warmes, weiches, schmeichelhaftes Licht. Für Paar-, Familien- und Hochzeitsfotos im Freien ist sie unsere Standardempfehlung. Am Morgen kommt dazu, dass die Plätze noch leer sind.
Die blaue Stunde folgt auf den Sonnenuntergang: Der Himmel wird tiefblau, die Stadtbeleuchtung geht an. Für die Karlskirche, die Salzburger Altstadt mit Spiegelung in der Salzach oder das Goldene Dachl ist das ideal. Mittags ist das Licht am schwierigsten, schattige Innenhöfe, Arkaden und Wälder funktionieren aber gut – und ein bedeckter Himmel ist für Familienporträts sogar perfekt.
Welche Jahreszeit passt zu welchem Shooting?
Für Hochzeiten sind Mai bis September die gefragtesten Monate, mit Juni und September als Favoriten: lange Tage, meist stabiles Wetter, grüne oder bereits leicht verfärbte Landschaft. Wer im Hochsommer heiratet, plant die Paarfotos am besten in den Abend und sorgt für Schatten bei der Trauung im Freien.
Familienshootings gelingen besonders gut im Frühling und Herbst, wenn es weder zu heiß noch zu kalt ist und Kinder lange draußen bleiben können. Herbstlaub im Park, Kastanien sammeln, Spaziergänge im Weingarten – das ergibt natürliche Bilder, die gut als Weihnachtsgeschenk funktionieren. Wer die Fotos für Karten braucht, sollte bis spätestens Oktober fotografieren.
Paar- und Urlaubsshootings sind ganzjährig möglich. Für Gäste aus dem Ausland ist der Advent besonders reizvoll, für Einheimische oft der Herbst mit Ruhe und warmem Licht. Und wer einfach Lust auf Schnee hat, fährt im Jänner oder Februar in die Berge.
Bergwetter richtig einplanen
In den Bergen kann das Wetter innerhalb einer Stunde umschlagen. Nebel im Tal und Sonne am Gipfel – oder umgekehrt –, dazu Föhn und Sommergewitter. Prüfen Sie Wetterbericht und Seilbahn-Betriebszeiten kurz vor dem Termin und vereinbaren Sie mit der Fotografin eine Alternative im Tal.
Für Hochzeiten und Shootings mit Anreise ist ein flexibler Termin oder ein Ausweichtag viel wert. Eine ortskundige Fotografin kennt die Wetterlagen und sagt Ihnen ehrlich, ob Uhrzeit, Ort oder Tag verschoben werden sollten. Wenn Sie noch überlegen, wann Sie kommen, schicken Sie uns gerne eine Anfrage mit Ihrem groben Zeitraum.



