Wie wählt man die richtige Location in Wien?
Viele denken bei einem Fotoshooting in Wien zuerst an Schönbrunn – und das zu Recht. Wer aber in Wien lebt, kennt die Stadt auch abseits der Sehenswürdigkeiten: den Augarten am Wochenende, die Weinberge im 19. Bezirk, die Hinterhöfe im Ersten. Die beste Location ist die, die zu Ihnen passt, nicht unbedingt die bekannteste.
Ein praktischer Tipp vorweg: Planen Sie in Grätzln, nicht in Listen. Zwischen Schönbrunn und dem Donaukanal liegt gut eine halbe Stunde Fahrzeit – bei einem Shooting von einer Stunde ist das viel. Zwei bis drei Orte, die zu Fuß erreichbar sind, bringen mehr Abwechslung als ein Marathon quer durch die Stadt.
Schönbrunn und Belvedere: imperial und elegant
Im Schlosspark Schönbrunn führt der Weg vom Parterre hinauf zur Gloriette, von wo man über Schloss und Stadt blickt. Die Alleen und Seitenwege sind ruhiger als die Hauptachse und eignen sich für natürliche Spaziergang-Bilder. Am leersten ist der Park kurz nach der Öffnung; an schönen Wochenenden wird es ab dem Vormittag deutlich voller.
Das Belvedere wirkt etwas kompakter, aber genauso prachtvoll: Oberes und Unteres Belvedere stehen einander über die Terrassengärten gegenüber, am späten Nachmittag liegt warmes Licht auf der Fassade. Für private Erinnerungsfotos genügt ein normaler Besuch; für professionelle oder kommerzielle Aufnahmen gelten eigene Regeln der Schlossverwaltungen, die die Fotografin vorab klärt.
Innere Stadt: Gassen, Höfe und Kaffeehäuser
Für Bilder mit Wiener Flair, die nicht nach Postkarte aussehen, ist der erste Bezirk ideal. Schönlaterngasse, Heiligenkreuzerhof, Blutgasse und die Durchhäuser rund um den Steffl bieten altes Mauerwerk, schöne Portale und weiches Licht – auch zu Mittag, wenn es auf den großen Plätzen hart wird.
Michaelerplatz und Hofburg bringen Größe ins Bild, der Graben ist in der Früh überraschend leer. Ein Shooting im Kaffeehaus ist nur mit Erlaubnis der Betreiber möglich und sollte vorab vereinbart werden; von außen machen die Auslagen und Schanigärten aber auch ohne Genehmigung viel her.
- Heiligenkreuzerhof: ruhiger Innenhof, fast wie ein kleiner Platz für sich.
- Burggarten: Palmenhaus, Wiesen und alte Bäume – weicher als die Prunkbauten rundherum.
- Volksgarten: Rosengarten mit Hochsaison im Frühsommer.
- Karlskirche: Kuppel und Spiegelung im Teich, besonders zur blauen Stunde.
Donaukanal, Prater und Augarten: urban und entspannt
Am Donaukanal verändern sich die Graffiti laufend, und im Sommer sorgen die Lokale am Ufer für Stimmung. Das passt für Porträts, Business-Headshots mit Stadtcharakter und Paare, die es lieber locker als förmlich mögen.
Im Prater sind Riesenrad und Hauptallee die Klassiker, im Herbst leuchten die Kastanien. Der Augarten mit seinen Alleen und dem barocken Parterre ist dagegen ein Geheimtipp für Familien- und Paarfotos, weil dort weniger Touristen unterwegs sind. Das Hundertwasserhaus ist ein Wohnhaus – fotografiert wird von der Straße aus, mit Rücksicht auf die Bewohnerinnen und Bewohner.
Kahlenberg und die Wiener Weinberge
Dass Wien Weinbau innerhalb der Stadtgrenzen hat, macht die Stadt einzigartig – auch fürs Fotografieren. Vom Kahlenberg und Leopoldsberg blickt man über Donau und Stadt, darunter ziehen sich die Weingärten rund um Nussdorf und Grinzing den Hang hinunter.
Hier ist es ruhig, grün und am Abend wunderbar golden. Für Verlobungs- und Paarshootings ist das unsere Lieblingsempfehlung, wenn Sie Weite statt Prunk suchen. Planen Sie die Weinberge als Hauptlocation ein, denn die Anfahrt dauert etwas länger. Zur Lesezeit im Herbst färben sich die Reben besonders schön.
Familien- und Porträtshootings abseits der Touristenpfade
Wer in Wien wohnt und ein Familien- oder Porträtshooting plant, braucht nicht unbedingt Schlösser im Hintergrund. Oft sind die schönsten Bilder dort, wo man sich ohnehin wohlfühlt: im Park ums Eck, an der Alten Donau oder auf der Wiese, auf der die Kinder sonst Fußball spielen. Kinder sind in vertrauter Umgebung entspannter, und genau das sieht man auf den Fotos.
Bewährt haben sich der Türkenschanzpark mit Teichen und alten Bäumen, die Alte Donau mit Stegen und Booten im Sommer, die Donauinsel mit viel Platz zum Laufen und die Steinhofgründe mit weitem Blick über die Stadt. Für Business-Porträts mit Stadtcharakter bieten sich ruhige Seitengassen, moderne Architektur rund um den Hauptbahnhof oder der Donaukanal an.
Ein kleiner Tipp für Familien: Planen Sie das Shooting nach dem Rhythmus der Kinder, nicht nach dem perfekten Licht. Eine gut gelaunte Stunde am Vormittag bringt mehr als die goldene Stunde mit müden Kleinkindern. Snacks, ein Lieblingsspielzeug und Pausen gehören einfach dazu.
Welche Tages- und Jahreszeit ist ideal?
Die wichtigste Regel lautet: früh starten. In den ersten zwei Stunden nach Sonnenaufgang sind Schönbrunn, Graben und Stephansplatz angenehm leer. Die letzte Stunde vor Sonnenuntergang bringt warmes Licht, das in den Weinbergen, am Belvedere und am Donaukanal besonders gut wirkt.
Frühling und Herbst sind für Spaziergänge zwischen mehreren Orten am angenehmsten. Im Winter sind die Tage kurz, dafür sorgen Lichter, Adventmärkte ab Mitte November und mit etwas Glück Schnee im Schlosspark für Stimmung. Und bei Regen bieten Arkaden, Passagen und Durchhäuser trockene, stimmungsvolle Alternativen.
Was Sie mit der Fotografin vorab besprechen sollten
Erzählen Sie, welche Stimmung Sie sich wünschen – prachtvoll, urban oder naturnah –, wie viel Zeit Sie haben und ob Sie lieber zu Fuß, mit den Öffis oder mit dem Auto unterwegs sind. Wenn es Pflichtmotive gibt, etwa das eigene Grätzl, den Ort des ersten Dates oder einen Heiratsantrag, gehört das in die erste Nachricht.
Bequeme Schuhe fürs Kopfsteinpflaster und eventuell ein zweites Outfit machen den Tag leichter. Mit diesen Infos stellt eine ortskundige Fotografin eine Route zusammen, die zu Licht, Jahreszeit und Ihren Plänen passt. Wenn Sie eine dieser Locations reizt, schicken Sie uns gerne eine Anfrage.


